Seit ein paar Tagen ist sie nun vorbei die große Tour durch Australiens Zentrum. 12 Tage durch die Wüste, unterwegs mit 2 Bussen, 90 Personen und Zelten die vermutlich vor 50 Jahren günstig aus Armee Restbeständen erworben wurden.
Erstmal muss ich sagen, dass ich mir Wüste immer ganz anders vorgestellt habe. Da ist zwar schon alles voll mit rotem Sand, aber drauf wächst trotzdem jede Menge Zeug (hauptsächlich Büsche und Spinifex-Gras), wenn es auch alles ziemlich ausgedürrt ist. Dank des australischen Winters waren die Tagestemperaturen mit 20-25 Grad höchst angenehm zum Wandern, nachts viel das Thermometer dafür aber deutlich unter Null.
Unser Tour-Programm bestand aus einer Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten unterbrochen durch ewig lange Busfahrten (die Entfernungen in Australien sind einfach zu extrem), so dass wir insgesamt über 6.000km zurückgelegt haben. Unsere Reiseroute sah folgendermaßen aus:
Port Augusta - der Industriehafen in South Australia und unser erster Stop. Haben dort aber nur übernachtet, gibt auch nicht so viel zu sehen außer halt jede Menge Industrie.
Coober Pedy - Hauptstadt des weltweiten Opal-Handels (80% werden dort gefördert). Weil es im Sommer so heiß ist, leben die meisten Einwohner unter der Erde, stillecht haben wir dann auch unter der Erde übernachtet. Besichtigt wurden eine Höhlenwohnung, eine Opal-Mine und eine Untergrund-Kirche. Coober Pedy besitzt übrigens auch einen Golfclub dessen Mitgliedschaft es erlaubt in
St. Andrews zu spielen.
Yulara - Camping Resort in Sichtweite zum
Uluru (Ayer's Rock) und
Kata Tjuta (The Olgas). Dort haben wir uns etwas länger aufgehalten. Uluru haben wir umrundet und nicht bestiegen, aus Respekt vor den Aborigines. Bou hat das ganz gut getroffen: "Uluru is not about climbing, it's about being big and red.", hat er auch irgendwo recht. Kata Tjuta ist eine Ansammlung von Felsdomen die auch heilige Bedeutung haben. Den Valley of the Winds Walk kann ich nur empfehlen. Die Pioneer Bar mit Live-Entertainer Jus' Gordan sollte man auch nicht auslassen. Das Cultural Centre haben wir auch besucht, allerdings viel zu kurz.
King's Canyon - ein höchst beeindruckende Schlucht zwischen Yulara und Alice Springs. Mein persönliches Tourhighlight und meiner Meinung nach mindestens genauso sehenswert wie Uluru, wenn nicht sogar sehenswerter. Der dortige Walk ist der beste Wanderweg den ich bisher begangen habe - es gibt eigentlich keine befestigten Wege, stattdessen läuft und klettert man direkt auf dem Fels. Der Canyon, zusammen mit der Lost City und dem Garden of Eden ist wirklich lohnenswert.
Alice Springs - Mittelpunkt Australiens, zumindest der gefühlt Geographische. Eigentlich eine Hinterwäldler-Stadt mit 20.000 Einwohnern, aber irgendwie doch was ganz eigenes. Zu sehen gibt's in und um Alice auf jedenfall einiges: Todd Mall (die Einkaufsstraße), Todd River (der ausgetrocknete Fluss),
Flying Doctors, Kamel-Farmen (jau, Karmele haben wir auch geritten, Kamel-Sandwich ist auch ganz lecker) und jede Menge Schluchten (Trephina Gorge, Simpson's Gap, Standley Chasm, Glen Helen Gorge). Standley Chasm ist wirklich sehenswert, die $15 für Glen Helen Gorge kann man aber deutlich besser investieren.
Auf der 33-stündigen Fahrt von Alice zurück nach Melbourne haben wir noch
Adelaide gestreift - aus dem Bus sah es nett und stylish aus, muss ich mir auch noch mal aus der Nähe anschauen.
Alles in allem ein wirklich netter Trip, für meinen Geschmack ein zu große Gruppe und die Organisation zu pseudo-militärisch. Die Leute waren dafür aber wirklich ok, wir hatten Spaß und ich habe viel zu viel Geld für Bier ausgegeben (ist in Melbourne ja schon teuer, aber dort kostet es halt einfach nochmal das Doppelte). Dank Bruce (the bad-ass bus driver) kennen wir uns jetzt auch prächtig mit australischer Country Musik aus, die echte australische Nationalhymne ist nämlich nicht Advance Australia Fair sondern City Brother von Slim Dusty!
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